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Menschenskind, was war das schön


Als Oma jung und knusprig war,
auf Opas Glatze wuchs noch Haar.
Als Onkel trug noch Knickerbocker
und Tantes Zähne wurden locker,
als der Pastor und die Messdiener durch das Dorf noch liefen,
als viele Kinder in einem Bette schliefen,
als man noch kein Fern gesehen.

Menschenskind, was war das schön.

Als man elektrisch Licht nicht kannte,
mit Hochdruck nach dem Plumpsklo rannte,
dem Nachbar seine Äpfel klaute,
als der Lehrer seine Schüler haute,
zu Fuß zur Arbeit musste gehen.

Menschenskind, was war das schön.

Als morgens die Milch kam mit einem Pferde
und Zuckerrübe wuchs auf guter Erde,
als man Rübenkraut aß mit  Brot,
mit Zeitung schlug die Fliegen tot,
man ging ins Bett um halbe Zehn.

Menschenskind, was war das schön.

Als Brennholz man noch selber hackte
und starb noch nicht an Herzinfarkte,
als der Klapperstorch noch Kinder brachte
und man noch über Witze lachte,
die Bandscheibe tat noch richtig stehen.

Menschenskind, was war das schön.

Wenn man so tut gemütlich feiern,
mit Kaffee, Kuchen, Wurst und Eiern,
wenn alle fröhlich sind und lachen
und tut mal bisschen Witze machen
und auch mal tief ins Glas rein sehen.

Menschenskind, ist das schön.

eingereicht von Gabi Ullrich

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