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Das perfekte Ehepaar (Hochzeitspaar)
Das Gedicht sollte von einem Ehepaar im Wechsel vorgetragen werden

Mann:        beide:        Frau:

Nach 17 Jahr Verlobungszeit,
ist es endlich heut so weit,
die Zukunft ist jetzt himmelblau,
seit heute sind wir Mann und Frau.

        Zu jeder Zeit, an jeder Stell,
        dürfen wir's jetzt offiziell.

                Wir brauchen nie mehr dunkle Ecken,
                um uns beim Knutschen zu verstecken.

Jetzt hält sie auch im Hellen still,
wenn ich sie einmal - drücken will.
Das Auto macht jetzt nie mehr halt,
am Stammplatz dort im dunklen Wald.
Die Spanner werden ganz schön fluchen,
sie müssen sich was anderes suchen.
Jetzt können mir daheim im Warmen,
uns immer Küssen und Umarmen.
So ab und zu 'nen Cognac schlucken,
und händchenhaltend Fernsehen gucken.

                Am Urlaubsort gibt es - du Schlimmer,
                nie mehr Probleme mit dem Zimmer.
                Du darfst jetzt ohne Tricks versuchen,
                ganz legal das Zimmer buchen.

Was vorher noch verboten war,
geht mit dem Trauschein plötzlich klar.
Gestern waren wir noch die Dollen,
heut' können wir machen, was wir wollen.

                Ich brenn schon drauf, mein lieber Mann,
                dich zu verwöhnen, wo ich kann.
                Ich will so emsig wie die Bienen,
                von morgens bis abends dich bedienen.

Ach Schatz, wie bist du lieb und nett,
ich bring das Frühstück dir ans Bett.
Und dann im Bad, mein kleiner Schnuckel,
da schrubb ich dir den süßen Buckel.

                Und ich werd dir, du Wonneproppen,
                die Hosen und die Socken stopfen.
                Und bin mit meiner ganzen Pracht,
                nur für dich da – bei Tag und Nacht.

Oh Schatz, ich will dich ohne Klagen,
stets liebevoll auf Händen tragen.
Ich putz und saug und flick für dich,
mach Sonntags Chefkoch in der Küch'.
Und jeden Mittwoch, dir zu Ehren,
will ich dir Hof und Treppe kehren.
Und der Rest der Woche wird schnell vergeh'n,
da werde ich ins Gasthaus gehen.

                Ich werde krank, mich trifft der Schlag,
                das bisschen Rest sind ja fünf Tag.
                Du kommst nach Haus, voll wie 'ne Meise,
                und liegst im Bett, und fährst im Kreise.
                Das Gasthaus werd' ich dir verbieten,
                Du bleibst zu Haus, bei deiner Lieben.

Glaubst du denn echt, du Ungeheuer,
dass alles, was mir lieb und teuer,
ich wegen dir, du Riesenross,
von heut auf morgen sausen lass?

                Du Dummkopf kannst mir so nicht kommen,
                wer - außer mir - hätt' dich genommen.
                Nix dahinter - nur Luft, ganz heiße,
                guckt ihn euch an - den Hosenscheißer.

Ich hab geglaubt, du Nasenbär,
dass ich dein Non-Plus-Ultra wär.
Jetzt merk ich erst nach 17 Jahr,
dass ich für dich nur Spielzeug war.
Ich war für dich nur Zeitvertreiber,
du bist genau, wie all die Weiber.

                Du brauchst dein Maul nicht aufzureißen,
                und dich als Großkotz zu beweisen.
                Zehn Jahre hast du unbeschwert,
                dich an meiner Brust genährt.
                Die Sauferei, du alter Stenz,
                dein FKK, dein Daimler Benz,
                die Reisen um die ganze Welt,
                alles nur von meinem Geld.
                Ohne meine Erbschaft wärst du Hosenträger,
                eine arme Sau, du Mitgiftjäger.

Das bisschen Erbschaft, blöde Kuh,
ist längst schon fort, der Sack ist zu.
Ich zeig dir jetzt ohne Geschiss,
endlich mal was Arbeit is'.
Im Haushalt ist noch viel zu tun,
ich bring's Dir bei, neureiches Huhn.

                Du glaubst doch nicht, du Schrummfell-Lache,
                dass ich dir auch das Putzweib mache.
                Ich bin nicht doof, bin nicht Dein Knechte,
                ich kenn die Pflichten - meine Rechte.
                Der Haushalt wird von mir gemacht,
                von morgens sieben bis um acht.
                Doch dann folgt, etwa bis zehn Uhr,
                die Körperpflege, Schönheitskur.
                Wir Frauen versteh'n es uns rauszuputzen,
                für Euch, ihr blöde Fastnachtswurzen.

Ich seh' euch schon, ihr Nebelkrähen,
abends vor dem Spiegel stehen.
Ich seh' dein Händchen Kreise schreiben,
und in die Fratz die Creme verreiben.
Ich seh' dich Lockenwickler tragen,
und an den Fingernägeln nagen,
mit Spachtel und mit Pinsel schaffen,
die Nas' polieren, die Falten raffen.
Wenn ich dich einmal so erwisch,
dann liebe Frau, wird's heiß für dich.
Dann schrubb ich dir die Cremetapet',
so, dass dir Hör'n und Seh'n vergeht.
Dann sind bei dir, du Kinderschreck,
für zwanzig Jahr die Falten weg.

                Du Wurzelsepp, komm mir nicht krumm,
                grad ihr steht doch vor dem Spiegel rum
                und guckt ob auf der nackten Glatze,
                das Toupet noch sitzt am rechten Platze.
                Ihr schmiert euch für die nächtlich Balz,
                das After Shave an den Faltenhals.
                Doch's Unterhemd und auch die Hosen,
                stinken wie Sardinendosen.
                Und Käsfüß habt ihr noch dazu,
                das Aquaplaning in dem Schuh.
                Die Männlichkeit ist doch nur Bluff,
                du Bettnässer, da pfeif ich druff.

Auf Männlichkeit, du Seitenstechen,
brauchst du mich jetzt nicht anzusprechen.
Wir Männer haben Kinder gern,
doch ihr habt nur die Pill im Hirn.
Und finden wir mit List und Tücke,
einmal eine Pillenlücke,
dann wird der Mann mit dem gewissen
Paragraph auch noch beschissen.
Die Liebe ist für so ein Weib,
doch praktisch nur ein Zeitvertreib.

                Halt doch den Mund, du Knotterbüchs,
                auf blödes Geschwätz, da geb' ich nix.
                Wir Frau'n von heut sind nicht mehr länger,
                nur noch die Befehlsempfänger.
                Wir nehmen selber mit Verstand,
                die Nachwuchsplanung in die Hand.
                Auf diese Weise kriegen wir,
                drei Kinder - oder höchstens vier.
                Und nicht mit deiner närrisch Art,
                gleich einen ganzen Elferrat.

Ich lass mir doch von Euch Emanzen,
nicht ständig auf dem Kopf rum tanzen.
Du komische Mück, bevor es kracht,
ich hatte nur an ein Kind gedacht.
Weil ich nicht weiß, bei all dem Mist,
wie ihre Zukunft heute ist.
Schon auf dem Schulhof - es ist zum Heulen,
seh' ich das Haschisch heut verteilen.
So manche Disco ungelogen,
versorgt sie dann mit harten Drogen.
Ist bei dem Zeitgeist, diesem Stil,
nicht vielleicht schon eines viel zu viel?

                Dein dummes Geschwätz vom Geist der Zeit,
                betrifft doch nur die Minderheit.
                Du Bettschoner, das sag ich dir,
                ich - besteh auf meine vier.
                Und spurst du nicht, du roter Spund,
                ist das für mich ein Scheidungsgrund.
                Und bei dem neuen Eherecht,
                mein lieber Mann - da geht's dir schlecht.
                Du bist dann nur noch am berappen,
                solang ich will - du Jammerlappen.

Du Mistvieh kriegst mich nicht so weit,
ich leist' den Offenbarungseid.
Da kannst du dir dann die paar Kohlen,
getrost von unserm Sozialamt holen.

                Dein frommer Wunsch, geht in den Po,
                ich brauch dich nicht, du Floh.
                Weil heut' die Frau auch ohne Mann,
                sich selbst ganz gut ernähren kann.
                Über das wie - möcht' ich nicht streiten,
                wir haben unsre Möglichkeiten.

Du bist als Prototyp von deiner Rasse,
im Dummgeschwätz die Spitzenklasse.
Ihr seid des ganze Jahr am Tratschen,
müsst über jeden Bockmist quatschen.
Stundenlang steht ihr am Eck,
und zieht die Leute durch den Dreck.
Man müsst euch vorm Kaffeetrinken,
die Zunge an der Lipp festbinden.

                So ab und zu, du Tu-Nicht-Gut,
                tut jedem so ein Schwätzchen gut.

Mit dir zu leben wär' nicht schwer,
wenn das dein einziger Fehler wär'.

                Mein lieber Mann, sieh es doch ein,
                niemand kann vollkommen sein.

Mir fällt's nicht leicht und es schmeckt auch bitter,
komm liebe Frau - lass uns vergessen das Gewitter.

        Nach Zank und Streit sich zu verstehen,
        das ist die Würze aller Ehen.
        Auch ihr sollt immer schön dran denken,
        vorm Schlafengehen einzulenken.
        Vergessen ist dann Euer Streit,
        ab ins Bett – „Gute Nacht, Ihr Leut'!"

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