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Die Kur vom Pfarrer Kneipp


Man nimmt zwei Wäschezuber, einen mit kaltem (so kalt wie möglich) und einen mit warmen (so warm wie möglich) Wasser. Beim Beginn des Spieles stellt man den Jubilar in das warme Wasser. Das Gedicht wird von zwei Personen im Wechsel vorgetragen. Denken Sie auch an das Handtuch, um die Füße wieder zu trocknen!



Lieber __________, mir wared id faul ond hoand id pennt,
mir hoand aos überlegt was mer dir zom Geburtstag wünscha kennt.

     Am Wichtigschda isch, bleib emmer gsond,
     schaff weider so, sondschd kommschd du uff da Hond.

Mir zwoi hoand da an guada Tip,
da bleibsch du au de nächste 40 Johr no fit.

     Damit mer net eiroschded, was machet mir nur?
     Do geids doch vom Pfarrer Kneipp so a Kur.

Ond mir heand ghert, dia sei so fantastisch,
do bleit mer weider so fit ond elastisch.

     Wenn mer nämlich fascht koa Gymnastik macht,
     ond emmer schafft bis obeds om acht,

duads Kreiz ond älle Glieder weh,
mer ka sich nemme bugga, konnt kaum no end Höh.

     Mir zwoi machet do koa lange Prozedur,
     mir machet wöchentlich vom Pfarrer Kneipp die wunderbare Kur.

Hosch nämlich Schweißfiaß oder kalte Ohra,
oder gar an Zah verlora,

     en der Muschel so a brausa,
     a Rotznas, s’Bruscht- oder s’Ranzasausa,

Rheima, Ischias oder Gicht,
oder s’After isch net ganz dicht:

          Beide:
          Dann rodet mir zwoi ganz fei:
          Vom Warma raus - ens Kalte nei!

     Hosch Miniskus oder Magadrugga,
     oder kasch’d vielleicht et reacht schlugga,

em Ranza hascht a reachts Gillaloch,
ond laufend konnt der’s wieder Essa hoch,

     vielleicht an verstauchta Oberarm,
     ond sooo a Loch em Zwelffengerdarm.

          Beide:
          Dann rodet mir zwoi ganz fei:
          Vom Kalta raus - ens Warma nei!

Hosch vor irgend ebbes an Ekel,
oder zuggt dei Augadeggel,

     macht an Wirbel nemme mit,
     oder hosch a steifs Gnick.

Bisch so reacht vollgfressa ond übersatt,
daß da hegscht da Riasel nab.

          Beide:
          Dann rodet mir zwoi ganz fei:
          Vom Warma raus - ens Kalte nei!

     Hosch Scharrlach oder Magaschleim,
     sooo Kendskopf graoße Gallastoi,

Leaberflegga, Masra ond Pogga,
Angina oder d’Gripp wo hogga,

     a Birn, jo grad so woach wia Budder,
     em Urin oder em Bluat  da Zucker.

          Beide:
          Dann rodet mir zwoi ganz fei:
          Vom Kalta raus - ens Warma nei!

Oder hosch du di a’mol ertappt,
daß es beim Sex nemme so richtig klappt?

     No kasch du dia Geischter wieder wegga,
     muasch bloß deine Fiaß ens Wasser nei stregga.

          Beide:
          Ond weil des hilft, do rodet mir dir glei:
          Vom Warma raus - ens Kalte nei!

En Horb geids Apotheka,
do gibts gega älles was dagega:

     Zäpfle, Puder ond Haferschleim,
     Verhüterli, daß jo nix passiert daheim.

Au Lendabliada, Fencheltee,
Tropfa vom Kopf bis zu de Zeh,

     ond muasch du amol zom Dokter nei,
     der frogt di zerscht so allerlei,
     ob d’Ahna stets vo Krankheit frei.

No wuscht ondersuacht vo oba bis onda,
bis er endlich hot ebbes gfonda.

     No schwätzt der dir a Loch en Bauch:
     Tun Sie das nicht - tun Sie das auch!

          Beide:
          Aos boide hilft aber alloi:
          Vom Kalta raus - ens Warme nei!

Gar manchen Schmerz muasch du ertraga.
Denk blos a dia schlaflose Nächt ond Plaga.

     Wia du Zeh zemmabissa hosch,
     des macht dir so schnell koaner noch.

Ond zom deine Schmerza stilla,
verschreibt dir der Dokter au bloß Pilla.

     Ond vielleicht no a Salb fir älle Quala,
     ond des muasch au no selber zahla.

          Beide:
          Vorbeugend hilft do blos ganz alloi:
          Vom Warma raus - ens Kalte nei.

eingereicht von Wolfgang Saur

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