Zum
Muttertag
von Eva Rechlin
Wir
wären nie gewaschen
und
meistens nicht gekämmt,
die
Strümpfe hätten Löcher
und
schmutzig wär' das Hemd.
Wir
gingen nie zur Schule,
wir
blieben faul und dumm
und
lägen voller Flöhe
im
schwarzen Bett herum.
Wir
äßen Fisch mit Honig
und
Blumenkohl mit Zimt,
wenn
du nicht täglich sorgtest,
dass
alles klappt und stimmt.
Wir
hätten nasse Füße
und
Zähne schwarz wie Ruß
und
bis zu beiden Ohren
die
Haut voll Pflaumenmus.
Wir
könnten auch nicht schlafen,
wenn
du nicht noch mal kämst
und
uns, bevor wir träumen,
in
deine Arme nähmst.
Wer
lehrte uns das Sprechen?
Wer
pflegte uns gesund?
Wir
krächzten wie die Krähen
und
bellten wie ein Hund.
Wir
hätten beim Verreisen
nur
Lumpen im Gepäck.
wir
könnten gar nicht laufen,
wir
kröchen durch den Dreck.
Und
trotzdem sind wir alle
auch
manchmal eine Last,
doch
was wärst Du ohne Kinder,
sei
froh dass du uns hast.
Dein(e)
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