Hochzeitsspiele
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Hochzeitsbrauch “Brautschuhversteigerung” Eingereicht von Klaus Mölter
Während der Hochzeitsfeier gibt es den alten Brauch der “Brautschuhversteigerung”. Dafür wird der Braut der Schuh “geraubt” und symbolisch unter den Hochzeitsgästen versteigert. Zum Schluss ersteigert der Bräutigam den Schuh mitsamt den bis zu diesem Zeitpunkt eingeworfenen Geldbeträgen. Das Geld verbleibt dem Brautpaar. Meist zur späteren Stunde und richtig moderiert kann daraus eine fröhliche und spannende Unterhaltung entstehen. Gegenüber manch andern Hochzeitsbräuchen und -spielen wird das Brautpaar nicht zu sehr involviert oder gar “vorgeführt” und hat den schönen Nebeneffekt, dass für das junge Glück so sogar z. B. die Urlaubskasse für ihre Hochzeitsreise “aufgebessert” wird.
Eine - von bestimmt unzähligen - Varianten möchten wir hier gerne vorstellen:
Vorbereitung:
Benötigt werden: 1 Auktionator/Moderator(in) - am Besten wortgewandt, schlagfertig und witzig, den Brautschuh in der Hand haltend (damit er/sie den Schuh immer wieder hochhalten und besser anpreisen kann) 1 - 2 “Einsammler(innen)” mit Hut oder Tablett.
Nicht immer
befinden sich in der Hochzeitsgesellschaft Gäste, die mit diesem schönen Brauch
vertraut sind, bzw. von sich aus die Durchführung der Versteigerung freiwillig
übernehmen möchten. Deswegen ist es manchmal empfehlenswert, wenn das Brautpaar
sich vorher mit jemanden aus der Hochzeitsgesellschaft abspricht, der diese
Aktion übernimmt oder ggf. einen “spontanen“ Auktionator unterstützt.
Das ersteigerte Geld wird dem Brautpaar vom Auktionator zum Schluss überreicht. Weiterhin sollte sichergestellt sein, dass Kleingeld zur Verfügung steht. Findet die Feier in einer Gaststätte statt, sollten Sie den Wirt also ebenfalls im Vorfeld daraufhin weisen, dass evtl. vermehrt Wechselgeld benötigt wird (hauptsächlich 1 Euro Münzen und 2 Euro Münzen). Bei Feiern in privaten oder angemieteten Räumen, sollten Sie einen “Vertrauten” (z.B. Trauzeuge/-in) darum bitten evtl. etwas mehr Kleingeld dabei zu haben als üblich, damit bei ihm/ihr zur Not große Scheine gewechselt werden können.
Durchführung:
Zuerst muss natürlich ein Schuh der Braut entwendet werden. Dann folgt die Versteigerung dieses Brautschuhs. Achtung! Oft wird der Fehler begangen, dass der Brautschuh klassisch versteigert wird. Also einer bietet, ein anderer überbietet und jeder wirft sein Gebot in voller Höhe in den Schuh oder zum Schluss zahlt gar wirklich nur der- oder diejenige mit dem höchsten Gebot. Das führt jedoch dazu, dass die Versteigerung sehr schnell vorbei ist, weil nicht alle mitbieten möchten oder können. Manchmal mag dabei auch keine so rechte Stimmung aufkommen.
Deshalb empfehle ich - aus eigener Erfahrung wohlgemerkt - die “amerikanische” Versteigerung:
“Amerikanische” Versteigerung: Das Gebot beginnt bei einem niedrigen Betrag, z. B. bei einem Euro. Derjenige, der darauf bietet zahlt den einen Euro an den Auktionator (oder den “Einsammler”, der mit Hut oder Tablett die Gebote “abholt”). Überbietet jetzt jemand z. B. mit “drei Euro”, muss dieser Bieter nur die Differenz zum vorhergehenden Gebot zahlen - also zwei Euro. Der nächste überbietet vielleicht mit “vier Euro” und zahlt somit einen Euro, also die Differenz zum vorangegangenen Gebot. Überbietet jetzt jemand mit “acht Euro” sind von demjenigen an den Auktionator vier Euro fällig. Die Regel lautet also: Derjenige der bietet, zahlt immer die Differenz zum vorhergehenden Auktionsgebot. Der Vorteil liegt darin, dass das Spiel somit länger geht und die Gäste selbst bei 100 Euro noch locker 101 Euro bieten können, weil man ja nur die Differenz, also 1 Euro, an den Auktionator zahlen muss. Der Effekt ist, dass die Versteigerung wesentlich länger dauert, lustiger ist, weil eben jeder Gast (selbst der jüngste Gast!) sogar noch bei 200 Euro mit bieten kann und nicht ein Einzelner zum Schluss einen hohen Betrag zahlen muss. Bei Hochzeitsgesellschaften jeglicher Größe kommen bei einer solchen Versteigerung schnell mal hübsche Sümmchen zusammen (wobei jeder einzelne Gast noch nicht einmal viel mit bieten muss). Irgendwann, wenn der Auktionator merkt, dass das Spiel lange genug gedauert hat, die Gebote nicht mehr so schnell getoppt werden oder der ersteigerte Betrag bereits schon in Schwindel erregenden Höhen getrieben wurde, lässt er dem Trauzeugen (oder Brautvater etc.) die Chance zukommen, das letzte Gebot abzugeben und gibt ihm den Zuschlag (...zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten). Aber auch dann wird wiederum nur die Differenz zum vorletzten Gebot kassiert. Besonderheiten: Ein guter
Auktionator ist natürlich Gold wert: er sorgt mit seiner Anpreisung für die
lustige Unterhaltung und bringt die Gäste dazu, ein neues Gebot gleich wieder zu
toppen. Er sollte aber auch gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass die
“Versteigerung” nicht zu langwierig wird oder zu stark angeheiterte Gäste das
Spiel stören.
Mögliche Variante
mit
Wedding Favors (Erinnerungsgeschenk, Give away):
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